Welle im Rheintal

- Startaufstellung

- Feldbriefing

- PDAs programmieren

- Peter Kemme und ich

- Die DG500 am Schlepptau

- In 2300m

- Über den Wolken...

- Zurück in der Thermik

- Lenti - Reste der Welle
Nachdem der Freitag aufgrund des schlechten Wetters von Beginn an nicht genutzt werden konnte, fing auch der Samstag trostlos an und wir waren gespannt, ob sich noch etwas an der Wetterlage zu unseren Gunsten verändern würde. Nach dem Frühstück im Clubraum des SFG Giulini war das obligatorische Briefing angesagt. Ein genauer Blick auf das Wetter offenbarte jedoch weitgehend unbrauchbares Wetter für einen Wettbewerb an diesem Tage. Doch es wurde eine kleine Strecke von ca. 100km Länge ausgeschrieben und eine Startaufstellung angeordnet. Als Klassensprecher für die Clubklasse hatte ich nichts gegen eine solche Herausforderung und wir bauten die Flugzeuge auf.
Als alle Maschinen am Platz standen, warteten wir auf das Signal der Wettbewerbsleitung loszulegen oder den Tag zu neutralisieren (= Abbruch der aktuellen Aufgabe). Letzteres wurde im Laufe der Zeit immer wahrscheinlicher und als letztendlich klar wurde, das der Wind mit um die 40-50km/h zu stark und die zu erwartende Thermik zu schwach ist, haben wir die Chance dennoch genutzt, einen Start zu machen.
Wir wurden mit sofortigem Einstieg in die vorhandene Welle fast über dem Platz belohnt. Es ging von 600m recht konstant an den Wolken vorbei bis auf 2300m. Eine fantastische Aussicht bot sich uns an. Die Wolken übernahmen die Rolle der Landschaft und wir (Peter Kemme und ich) hatten das Gefühl über einem anderen Planeten zu schweben. Auch andere Piloten schafften den Einstieg und entschwebten mit uns der Realität.
Denn aus der Theorie ist der Welleneffekt bekannt, wenn Luftmassen sich über ein Hindernis hinweg bewegen, dann kann die Luft in Resonanz mit der Bodenformation schwingen und dort, wo sie aufsteigt, kann ein Segelflugzeug riesige Höhen erreichen. In den Alpen werden so nicht selten 6-8000m erreicht. Doch auch in der Rheinebene, dort wo der Pfälzerwald seine östliche Kante hat, kann bei starkem Westwind die Luft ebenfalls in Resonanz kommen und so konnten wir bis auf 2300m hoch steigen. Neben der Höhe ist die sprichwörtliche Ruhe der Luftmassen bezeichnend. Während Thermik eher turbulenten Charakter besitzt, ist die Luft in der 'Welle' extrem ruhig. Das Flugzeug erfährt in dieser Luft keinerlei Störungen und fliegt fast geisterhaft gleichmäßig. Man kann minutenlang die Hände vom Steuerknüppel nehmen und es passiert gar nichts. Man hört nur das extrem monotone Piepen des elektronischen Varios, welches das Steigen des Fluggerätes unwiderleglich bekannt gibt. Ohne diesen Beweis glaubt man kaum an den konstanten Höhengewinn.
Nach ca. einer halben Stunde fiel die Welle in sich zusammen, da von Westen her eine neue Luftmasse hereinströmte. Die Richtungsänderung des Windes reichte aus, um die Resonanzbedingung zu zerstören und aus der ruhigen Strömung wurde mit zunehmender Sonneneinstrahlung turbulentere Thermik. In dieser bewegten wir uns eine weitere Stunde und landeten schließlich mit einem breiten Grinsen wieder in Dannstadt.
Zwar war es kein gewonnener Wettbewerbsflug, aber wir fühlten uns dem gleich wohl und genossen das kühle Bier am Abend. Leider war der Wind nach wie vor sehr stark und eine deutliche Besserung des Wetters war auch für den Folgetag nicht in Sicht, so dass wir mit wenig Hoffnung auf einen ersten Wertungstag auseinander gingen.
Zuvor wurden jedoch die vorhandenen Flugmodelle aufgebaut und fliegen gelassen. Wenn es schon nicht in 'Groß' geht, dann wenigstens mit Fernsteuerung und Elektromotor...
Seitennavigation
Sunrise fliegen am 18.07.2010
Der LSC hebt früh ab! Schon um 05:50 Uhr ging der erste Start

Bilder des 2. Tages